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Langsam erwachte die Frau aus ihren Träumen. Sie räkelte und streckte sich, stand auf und trat ans Fenster.
`Schneesturm` dachte sie `schon wieder.` Dann erledigte sie ihre Morgentoilette, nahm ihr Frühstück zu sich und begab sich zu ihrem Lager, um Arbeitsmaterialien für den Tag zu holen. Sie öffnete die Türe, machte einen Schritt nach vorn und blieb wie festgenagelt auf der Schwelle stehen. Entsetzen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Die Apokalypse war eingetreten. Tausende von Motten aller Art, Kornmotten, Tapetenmotten, Pelzmotten, Kleidermotten schwirrten planlos durch den Raum. Sie hatten sämtliche Vorräte aufgefressen. Rohwolle, Garne , Filz, Felle alles weg, alles vernichtet. Kein Faden, kein Fussel war mehr übrig. Panik erfasste die Frau. PPaaaaaaaanik. Wegen des schweren Sturmes, der womöglich noch länger andauern konnte, war es nicht möglich nach draußen zu gehen. Er hatte auch die Telefonleitung zerstört. Die Frau war abgeschnitten von der Außenwelt. Sie brauchte Hilfe. Sie zitterte am ganzen Leib. Sie wollte stricken, spinnen, filzen, färben. Panik. Panik.
"Der Pudel!" rief sie, "ich werde den Pudel rasieren!" Die Frau nahm den Langhaarschneider zur Hand und begann mit der Schur. Minuten später stutzte sie. "Moment!!Ich habe doch gar keinen Pudel.......!" Sie blickte zu Boden, ....Haare...., sie blickte in den Spiegel. Oooops. Eine Hälfte ihres Kopfes war schon kahl, die andere noch mit hüftlangem, rotem Haar bedeckt. `Egal!` dachte sie `Hauptsache Material!` Sie schor auch die andere Hälfte und begann zu spinnen. Tage später fand der Marshal die Frau strickend am Fenster sitzend vor. Sie grinste ihn mit leerem Blick an. Der Mann strich ihr über den kahlen Schädel und sagte: "Verzweifle nicht, auch wenn die Wolle spricht!"
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